Die Leidenschaft der Opern von Giuseppe Verdi

Giuseppe Verdi Giuseppe Verdi komponierte im Lauf seines Lebens eine unglaubliche Anzahl von Opern. Wie auch sein Vorbild William Shakespeare, war er auf der Suche nach dem Wahren. Er wollte jedoch nicht nur die Wahrheit nachahmen, er wollte eine neue erfinden. Das heißt nicht, dass die Gestalten der verschiedenen Opern, dem realen Leben entstammen. Aber sie dienen als Spiegel der Realität, sind typisiert. In ihnen erkennt man die Möglichkeiten des menschlichen Handelns, des Fühlens und Denkens. Die menschliche Existenz wird dargestellt.

Genau aus diesem Grund haben die Opern von Verdi etwas zeitloses. Menschen aus allen Zeiten fühlen sich angesprochen von den Emotionen, den verschiedenen menschlichen Facetten der einzelnen Personen, deren Handeln und Denken. Auch heute noch dominieren bestimmte Handlungsmuster, Leidenschaften und Ideen. Verdi schaffte es, die menschliche Existenz auf die Bühne der Oper zu bringen und das Publikum zu fesseln.

Verdis Leistung ist es, für all diese emotionalen Zustände, für jede Handlung eine passende musikalische Form zu finden. So passt zu Desdemonas Musik nur die Form der Kantilene, Verdis musikalisches Gespür lässt Inhalt mit Form verschmelzen.

Diese Fähigkeit zieht sich durch alle Stücke Verdis. Seine Berühmtheit spricht für sich. Wer hat etwa noch nie von "Aida", "Otello" oder "Macbeth" gehört?! Die eindeutige Identifikation mit Shakespeares Ideen wird klar.


Hört man wie in Aida den Radames:


"O wäre ich erkoren,

wenn sich mein Traum

so erfüllte! … Eine Heerschar tapferer Männer,

von mir geführt … und der Sieg … und Jubel

von ganz Memphis wäre mein! Wenn ich zu dir, Aida,

dann heim mit Lorbeern kehre …

und sage: ich kämpft' für dich, für dich hab' ich gesiegt!"...


....fühlt man die Leidenschaft, die hinter dieser Oper steckt, die hinter allen Opern Verdis steckt. Die Oper als Ausdruck dieser Leidenschaft verliert nicht an Faszination. Der Überschwung an Gefühlen sollte auf jeden Fall miterlebt werden.